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Mon Sep 21 23:45:50 2009
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Date: Mon, 21 Sep 2009 23:45:37 -0400 (EDT)
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artigen Siegeszug geworden, so hatte der Wiener Hof wohl doch noch das blutige Spiel um die
Rache fur Sadowa gewagt. Als aber die ersten Heldenmaren von den Schlachtfeldern eintrafen,
wundersam und kaum zu glauben, aber dennoch wahr, da erkannte der "weiseste" aller Monarchen die
unpassende Stunde und machte eine moglichst gute Miene zum bosen Spiel.
{103 Rebellion der Deutschosterreicher}
viel gewaltigeres Wunder vollbracht; denn bei den Habsburgern entsprach die veranderte Stellungnahme
niemals dem Drang des inneren Herzens, sondern dem Zwang der Verhaltnisse. Das deutsche Volk in
der alten Ostmark aber wurde von dem Siegesrausche des Reiches mitgerissen und sah mit tiefer
Ergriffenheit das Wiederaufstehen des Traumes der Vater zur herrlichsten Wirklichkeit.
Denn man tausche sich nicht: der wahrhaft deutschgesinnte Osterreicher hatte auch in Koniggratz von
diesen Stunden an nur mehr die ebenso tragische wie aber auch notwendige Voraussetzung erkannt zur
Wiederaufrichtung eines Reiches, das nicht mehr mit dem fauligen Marasmus des alten Bundes behaftet
sein sollte und es auch nicht mehr war. Er lernte vor allem auch am grundlichsten am eigenen Leibe zu
fuhlen, da. das Haus Habsburg seine geschichtliche Sendung endlich beendet hatte und das neue Reich
nur mehr den zum Kaiser kuren durfe, der in seiner heldischen Gesinnung der "Krone des Rheines" ein
wurdiges Haupt zu bieten habe. Wieviel mehr noch aber war das Schicksal zu preisen, da es diese
Belehnung an dem Sprossen eines Hauses vollzog, das in Friedrich dem Gro.en schon einmal der
Nation in verschwommener Zeit ein leuchtendes Sinnbild zur Erhebung fur immer geschenkt hatte.
Als aber nach dem gro.en Kriege das Haus Habsburg mit der letzten Entschlossenheit daranging, das
gefahrliche Deutschtum der Doppelmonarchie (dessen innere Gesinnung nicht zweifelhaft sein konnte)
langsam, aber unerbittlich auszurotten — denn dies mu.te das Ende der Slawisierungspolitik sein —, da
brannte der Widerstand des zum Ende bestimmten Volkes empor in einer Art, wie die deutsche
Geschichte der neueren Zeit dies noch nicht kannte.
Zum ersten Male wurden national und patriotisch gesinnte Manner Rebellen.
Rebellen nicht gegen die Nation, auch nicht gegen den Staat an sich, sondern Rebellen gegen eine Art
der Regierung, die ihrer Uberzeugung nach zum Untergang des eigenen Volkstums fuhren mu.te.
Zum ersten Male in der neueren deutschen Geschichte
{104 Staatsautoritat nicht Selbstzweck}
schied sich der landlaufige dynastische Patriotismus von nationaler Vaterlands- und Volksliebe.
Es ist das Verdienst der alldeutschen Bewegung Deutschosterreichs der neunziger Jahre gewesen, in
klarer und eindeutiger Weise festgestellt zu haben, das eine Staatsautoritat nur dann das Recht hat,
Achtung und Schutz zu verlangen, wenn sie den Belangen eines Volkstums entspricht, mindestens ihm
nicht Schaden zufugt.
Staatsautoritat als Selbstzweck kann es
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ie zu unterdruckende Lehre sich immer wieder erholen, sondern sie wird sogar aus jeder
Verfolgung neue Werte zu ziehen in der Lage sein, indem nach Ablaufen einer solchen Welle des
Druckes, die Emporung uber das erduldete Leid der alten Lehre neue Anhanger zufuhrt, die bereits
vorhandenen aber mit gro.erem Trotz und tieferem Ha. als vordem an ihr hangen werden, ja schon
abgesplitterte Abtrunnige wieder nach Beseitigung der Gefahr zur alten Einstellung zuruckzukehren
versuchen. In der ewig gleichma.igen Anwendung der Gewalt allein liegt die allererste Voraussetzung
zum Erfolge. Diese Beharrlichkeit jedoch ist, immer nur das Ergebnis einer bestimmten geistigen
Uberzeugung. Jede Gewalt, die nicht einer festen geistigen Grundlage entsprie.t, wird schwankend und
unsicher sein. Ihr fehlt die Stabilitat, die nur in einer fanatischen Weltanschauung zu ruhen vermag. Sie
ist der Ausflu. der jeweiligen Energie und brutalen Entschlossenheit eines einzelnen, mithin aber eben
dem Wechsel der Personlichkeit und ihrer Wesensart und Starke unterworfen.
Es kommt aber hierzu noch etwas anderes:Jede Weltanschauung, mag sie mehr religioser oder
politischer Art sein — manchmal ist hier die Grenze nur schwer festzustellen —, kampft weniger fur die
negative Vernichtung der gegnerischen Ideenwelt als vielmehr fur die positive Durchsetzung der
eigenen. Damit aber ist ihr Kampf weniger Abwehr als Angriff. Sie ist dabei schon
{189 Der Angriff einer Weltanschauung}
in der Bestimmung des Zieles im Vorteil, da ja dieses Ziel den Sieg der eigenen Idee darstellt, wahrend
umgekehrt es nur schwer zu bestimmen ist, wann das negative Ziel der Vernichtung einer feindlichen
Lehre als erreicht und gesichert angesehen werden darf. Schon deshalb wird der Angriff der
Weltanschauung planvoller, aber auch gewaltiger sein als die Abwehr einer solchen; wie denn uberhaupt
auch hier die Entscheidung dem Angriff zukommt und nicht der Verteidigung. Der Kampf gegen eine
geistige Macht mit Mitteln der Gewalt ist daher so lange nur Verteidigung, als das Schwert nicht selber
als Trager, Verkunder und Verbreiter einer neuen geistigen Lehre auftritt.
Man kann also zusammenfassend folgendes festhalten:Jeder Versuch, eine Weltanschauung mit
Machtmitteln zu bekampfen, scheitert am Ende, solange nicht der Kampf die Form des Angriffes fur
eine neue geistige Einstellung erhalt. Nur im Ringen zweier Weltanschauungen miteinander vermag die
Waffe der brutalen Gewalt, beharrlich und rucksichtslos eingesetzt, die Entscheidung fur die von ihr
unterstutzte Seite herbeizufuhren.
Daran aber war bislang noch immer die Bekampfung des Marxismus gescheitert.
Daran aber war bislang noch immer die Bekampfung des Marxismus gescheitert.
Weil aber eine wirklich geistige Tragerin dieses Kampfes fehlte, mu.te Bismarck auch die
Durchfuhrung seiner Sozialistengesetzgebung dem Ermessen und Wollen derjenigen Institution
anheimstellen, die selber schon A
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