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Fri Jun 12 09:29:08 2009

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Date: Fri, 12 Jun 2009 09:28:51 -0400 (EDT)

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dpunkt aus zu erortern, da. nicht nur 
Deutschland allein verantwortlich gemacht werden konnte fur den Ausbruch dieser Katastrophe, sondern 
es ware richtig gewesen, diese Schuld restlos dem Gegner aufzuburden, selbst wenn dies wirklich nicht 
so dem wahren Hergang entsprochen hatte, wie es doch nun tatsachlich der Fall war. 

War, aber war die Folge dieser Halbheit? Die breite Masse eines Volkes besteht nicht aus Diplomaten 
oder auch nur Staatsrechtslehrern, ja nicht einmal aus lauter vernunftig Urteilsfahigen, sondern aus 
ebenso schwankenden wie zu Zweifel und Unsicherheit geneigten Menschenkindern. Sowie durch die 
eigene Propaganda erst einmal nur der Schimmer eines Rechtes, auch auf der anderen Seite zugegeben 
wird, ist der Grund zum Zweifel an 

{201 Der deutsche Objektivitatsfimmel} 

dem eigenen Rechte schon gelegt. Die Masse ist nicht in der Lage, nun zu unterscheiden, wo das fremde 
Unrecht endet und das eigene beginnt. Sie wird in einem solchen Falle unsicher und mi.trauisch, 
besonders dann, wenn der Gegner eben nicht den gleichen Unsinn macht, sondern seinerseits alle und 
jede Schuld dem Feinde aufburdet. Was ist da erklarlicher, als da. endlich das eigene Volk der 
feindlichen Propaganda, die geschlossener, einheitlicher vorgeht, sogar mehr glaubt als der 
eigenen? Und noch dazu bei einem Volke, das ohnehin so sehr am Objektivitatsfimmel leidet wie 
das deutsche! Denn bei ihm wird nun jeder sich bemuhen, nur ja dem Feind nicht Unrecht zu tun, 
selbst auf die Gefahr der schwersten Belastung, ja Vernichtung des eigenen Volkes und Staates. 

Da. an den ma.gebenden Stellen dies naturlich nicht so gedacht ist, kommt der Masse gar nicht zum 
Bewu.tsein. 

Das Volk ist in seiner uberwiegenden Mehrheit so feminin veranlagt und eingestellt, da. wenigernuchterne Uberlegung als vielmehr gefuhlsma.ige Empfindung sein Denken und Handeln bestimmt. 

Diese Empfindung aber ist nicht kompliziert, sondern sehr einfach und geschlossen. Es gibt hierbei nicht 
viel Differenzierungen, sondern ein Positiv oder ein Negative. Liebe oder Ha., Recht oder Unrecht, 
Wahrheit oder Luge, niemals aber halb so und halb so oder teilweise usw. 


Das alles hat besonders die englische Propaganda in der wahrhaft genialsten Weise verstanden — und 
berucksichtigt. Dort gab es wirklich keine Halbheiten, die etwa zu Zweifeln hatten anregen konnen. 
Niederlagen, sowie weiter in der ebenso schlagenden Festnagelung des deutschen Feindes als des allein 
schuldigen Teils am Ausbruch des Krieges: eine Luge, die nur durch die unbedingte, freche, einseitige 
Sturheit, mit der 

Das alles hat besonders die englische Propaganda in der wahrhaft genialsten Weise verstanden — und 
berucksichtigt. Dort gab es wirklich keine Halbheiten, die etwa zu Zweifeln hatten anregen konnen. 
Niederlagen, sowie weiter in der ebenso schlagenden Festnagelung des deutschen Feindes als des allein 
schuldigen Teils am Ausbruch des Krieges: eine Luge, die nur d
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 aber in 

{124 Die Los-von-Rom-Bewegung} 

unserer ganzlich ungenugenden Erziehung zum eigenen Volkstum uberhaupt und in einer dadurch 
bedingten minderen Hingabe an dasselbe. 

Damit entfiel die erste rein theoretische Begrundung des Kampfes der alldeutschen Bewegung gegen 
den Katholizismus an sich. 

Man erziehe das deutsche Volk schon von Jugend an mit jener ausschlie.lichen Anerkennung der 
Rechte des eigenen Volkstums und verpeste nicht schon die Kinderherzen mit dem Fluche unserer 
"Objektivitat" auch in Dingen der Erhaltung des eigenen Ichs, so wird es sich in kurzer Zeit zeigen, da. 
(eine dann aber auch radikale nationale Regierung vorausgesetzt), ebenso wie in Irland, Polen oder 
Frankreich, auch in Deutschland der Katholik immer Deutscher sein wird. 

Den gewaltigsten Beweis hierfur hat aber jene Zeit geliefert, die zum letzten Male unser Volk zum 
Schutze seines Daseins vor dem Richterstuhl der Geschichte antreten lie. zu seinem Kampfe auf Leben 
und Tod. 

Solange nicht die Fuhrung damals von oben fehlte, hat das Volk seine Pflicht und Schuldigkeit in 
uberwaltigendster Weise erfullt. Ob protestantischer Pastor oder katholischer Pfarrer, sie trugen beide 
gemeinsam unendlich bei zum so langen Erhalten unserer Widerstandskraft, nicht nur an der Front, 
sondern noch mehr zu Hause. In diesen Jahren, und besonders im ersten Aufflammen, gab es wirklich in 
beiden Lagern nur ein einziges heiliges Deutsches Reich, fur dessen Bestehen und Zukunft sich jeder 
eben an seinen Himmel wandte. 

Eine Frage hatte sich die alldeutsche Bewegung in Osterreich einst vorlegen mussen: Ist die Erhaltung 
des osterreichischen Deutschtums unter einem katholischen Glauben moglich oder nicht? Wenn ja, dann 
durfte sich die politische Partei nicht um religiose oder gar konfessionelle Dinge kummern; wenn aber 
nein, dann mu.te eine religiose Reformation einsetzen und niemals eine politische Partei. 


Wer aber den Umweg einer politischen Organisation zu einer religiosen Reformation kommen zu 
konnen glaubt, 

Wer aber den Umweg einer politischen Organisation zu einer religiosen Reformation kommen zu 
konnen glaubt, 

zeigt nur, da. ihm auch jeder Schimmer vom Werden religioser Vorstellungen oder gar Glaubenslehren 
und deren kirchlichen Auswirkungen abgeht. 

Man kann hier wirklich nicht zwei Herren dienen. Wobei ich die Grundung oder Zerstorung einer 
Religion denn doch als wesentlich gro.er halte als die Grundung oder Zerstorung eines Staates, 
geschweige denn einer Partei. 

Man sage ja nicht, da. besagte Angriffe nur die Abwehr von Angriffen der anderen Seite waren! 
Sicherlich haben zu allen Zeiten gewissenlose Kerle sich nicht gescheut, auch die Religion zum 
Instrument ihrer politischen Geschafte (denn um dies handelt es sich bei solchen Burschen fast immer 
und ausschlie.lich) zu machen; allein ebenso sicher ist es falsch, die Religion oder auch die Konfession 
fur eine Anzahl von Lumpen, die mit ihr g
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