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Re: Bestandsoptimierung

daemon@ATHENA.MIT.EDU (Dirk Wilberg)
Tue May 12 15:08:37 2009

To: sapr3-news@mit.edu
Date: Tue, 12 May 2009 21:08:25 +0200
From: Dirk Wilberg <dirk.wilberg@richtigtuer.de>
Message-ID: <guchfa$ol9$1@online.de>

Hallo Thomas,

Bestandsoptimierung im SAP ist sicherlich ein sehr umfangreiches Thema. 
Bestände werden im SAP durch sehr viele unterschiedliche Faktoren 
beeinflußt:

- Dispositionsmerkmal
- Strategiegruppe
- Meldebestand (falls relevant)
- Sicherheitsbestand
- Mindestbestand
- Mindestlosgröße
- Losfixe Kosten
- Verbräuche
- etc...

Wir sind leider mit den SAP Bordmitteln auch nicht wirklich weit 
gekommen. Das liegt aber bei uns auch daran, dass wir bei einer Großzahl 
unserer Artikel stark sporadische Verbräuche haben. Bei Material mit 
sehr gleichmäßigem Verbrauch ist es hingegen keine Kunst, optimale 
Bestände vorzuhalten.

Inzwischen setzen wir noch ein externes Zusatztool ein, welches mit den 
Dispoparametern aus dem Materialstamm und den Verbräuchen aus dem SAP 
versorgt wird. Dieses Tool erstellt unter anderem kombinierte ABC/XYZ 
Analysen, ermittelt optimierte Sicherheits- / Meldebestände basierend 
auf den Verbrauchswerten und gewünschter Lieferbereitschaftsgrade, zeigt 
die Verbrauchsentwicklung von Artikeln (zB Saisonartikel) etc. Das Tool 
kann darüber hinaus eingesetzt werden, um nach unterschiedlichen 
Verfahren optimierte Losgrößen zu ermitteln (Es kennt verschiedene 
gängige Verfahren aus der Literatur, simuliert mehrere und stellt die 
Resultate gegenüber, etc).

Die mit diesem Tool ermittelten optimalten Dispoparameter können in das 
SAP System per Batch-Input zurückgespielt werden.

Aber auch das ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Das Tool kann zum 
Beispiel nicht wirklich gut mit stark rückläufigen Verbräuchen - wie es 
in der derzeitigen schwachen Nachfragesituation der Fall ist - umgehen. 
Hier müssen wir auch wieder manuell eingreifen.

Mein Tipp: Prüfen, welches die "teuersten" Bestände am Lager sind, zum 
Beispiel durch Transaktion MCBA sortiert nach Bestandswert, die Top 100 
Artikel manuell prüfen und Dispoparameter manuell optimieren. Ggf. auch 
das Datum des letzten Verbrauchs mit in die Auswertung übernehmen, um 
Ladenhüter zu identifizieren.

Das ist ein vertretbarer Aufwand und bringt sicherlich einiges.

Ansonsten bin ich sehr auf weitere Antworten zu diesem Thread gespannt.

Gruß,
Dirk







TS schrieb:
> Hallo all,
> 
> mal etwas off-topic:
> 
> Wie kann einem SAP zu o.g. Thema behilflich sein?
> 
> Gesetzt den Fall, man möchte seine Bestandssituation "überarbeiten", d.h. 
> prüfen, ob nicht evtl. zu hohe Bestände vorhanden sind, usw....
> (vorrangig bei hochpreisigen Materialien)
> 
> Beispiel: Man hat einen Mindestbestand von 5 Stück, aber die Werte aus der 
> Vergangenheit (Bestellungen) zeigen, dass man höchstens 1/anno benötigt.
> 
> Jetzt wäre es ja müßig, alles per Hand zu überarbeiten... Kann man also per 
> "Knopfdruck" ermitteln, bei welchen Materialien zu hohe Lagerbestände da 
> sind?
> 
> Im Bestandscontrolling habe ich mal geschaut, so richtig befriedigend ist 
> das aber auch nicht.
> 
> Denke mal, das ist ne Problematik, die auch in andernFirmen gegeben sein 
> dürfte....
> 
> Gruss
> Thomas 
> 
> 

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