[60040] in SAPr3-news
Re: Programmierstil
daemon@ATHENA.MIT.EDU (Volker Wegert)
Mon Oct 8 14:50:46 2007
To: sapr3-news@mit.edu
Date: Mon, 08 Oct 2007 20:45:15 +0200
From: Volker Wegert <mail@volker-wegert.de>
Message-ID: <87y7edv5qh.fsf@sinclair.home.volker-wegert.de>
Tony <reeflex@gmx.de> writes:
> Meistens ist aber eben nicht der " Weg " das Ziel, sondern das
> Ergebniss.
Unter der unangenehmen Randbedingung, daß das Programm bitte auch wartbar sein
sollte. Und zwar nach Möglichkeit auch durch andere Personen als den
Autor. IMHO ist Kreativität eine feine Sache, aber bei Programmierstil schaden
Alleinstellungsmerkmale eher als daß sie helfen.
Lutz Donnerhacke hat das vor Jahren in
<slrnbg80ee.ns.lutz@taranis.iks-jena.de> mal schön dargelegt. In der Folge
entstand ein Rant-Gewusel, das auch heute noch sehr unterhaltsam zu lesen
ist. :-)
> Und in den allermeisten Fällen, brauchen das die User eigentlich schon
> vorgestern und wissen eigenbtlich garnicht mehr wie sie vorher schaffen
> konnten.
Wenn sie's seit zwei Jahren vorgestern brauchen, können sie's auch ne
Viertelstunde später morgen bekommen. ;-)
> -- > Erlaubt sind die Buchstaben "A" bis "Z", die Ziffern "0" bis "9"
> und der Unterstrich ( _).
> Nur mal so aus den ABAP Namenskonventionen.... dem würde ich entnehmen
> das ich in meiner Namenswahl, was den Type betrifft, frei bin. ;-)
Korrekt. Es ist nicht verkehrt, wenn ich meine Typen ZAEHLER1 und SUMME42
nenne und die passenden Variablen dazu ZAHL3STELLIG und NOCHNEZAHL. Kann dann
außer mir zwar keiner mehr verstehen, aber sichert wenigstens meinen
Arbeitsplatz. <Sarkasmus AUS.>
{
Story am Rande: Bei einem vorherigen AG gab es ein unternehmenskritisches
Ein-Personen-Entwickler-System, das ich zu betreuen hatte, weil die eine
Person das Unternehmen recht spontan verlassen hatte. Die Tabellen hiessen
T001, T002, T003, ..., die Spalten S001, S002, S003, ..., die jeweiligen
Variablen V0001, V0002 und so weiter. Es gab eine passwortgeschützte
Excel-Datei, in der drinstand, welches Kürzel welche Bedeutung hat. Das
Passwort kannte nur die eine Person.
War zumindest seine Vorstellung, die sich zum Glück nicht mit der Realität
deckte.
}
> Satzzeichen am Anfang der Datendeklaration hat den Vorteil, dass man
> es sicher nicht vergisst.
Dafür sorgt schon der Compiler, keine Sorge. ;-)
> Auch bei String-Literalen sieht man schnell wenn eines vergessen ist.
Textsymbole draus zu machen ist auch nicht der Akt: (001) dahinterschreiben
und gut ist. Den Rest macht man mit dem Abgleich und dem
Übersetzungswerkzeug. Dafür muß man die ganzen Werkzeuge aber erstmal kennen -
ich glaube, sehr viele Würgarounds und unnötiger Krams entsteht einfach
deshalb, weil viele Leute die Werkzeuge, die ihnen ihre Entwicklungsumgebung
bietet, nicht kennen.
Aber das hat wohl nichts mehr mit R/3 zu tun. :-)
Schönen Abend
Volker
--
* Volker Wegert * http://www.volker-wegert.de/contact *
* "Vor Prognosen soll man sich unbedingt hüten, vor allem vor solchen
* über die Zukunft." (Mark Twain)
*