[58239] in SAPr3-news
Re: ist SAP wirklich so kompliziert ?
daemon@ATHENA.MIT.EDU (Xaver Deutsch)
Sat Oct 7 07:10:36 2006
To: sapr3-news@mit.edu
Date: Sat, 07 Oct 2006 13:05:23 +0200
From: Xaver Deutsch <aufderheid@arcor.de>
Message-ID: <45278b27$0$32418$9b4e6d93@newsspool1.arcor-online.net>
Irene Reich schrieb:
> Als IT-Beraterin für mittelständische Firmen würde ich mich gerne etwas
> näher mit SAP beschäftigen. Mir fällt jedoch auf, dass der Einstieg hier
> unglaublich kompliziert zu sein scheint. Ich meine hiermit nicht die Technik
> (da ich dies nicht beurteilen kann), sondern die ersten Schritte um
> überhaupt erst einmal den Zugang zu dem Produkt zu bekommen. Obwohl es mit
> Buisness One inzwischen eine Lösung gibt, die sich auch für kleinere Firmen
> eignen soll, ist es noch nicht einmal hier möglich ohne weiteres eine
> Testversion zu bekommen, um sich erst einmal selbst einen ersten Eindruck zu
> verschaffen. Dies kenne ich ansonsten von keinem anderen Hersteller, der
> sich im gleichen Preissegment positioniert.
>
> Bisher stellt sich mir der Sachverhalt so dar, dass es die Möglichkeit gibt
> für etwa 2500 Euro Business One zu kaufen. Dieses Produkt scheint sich aber
> technisch komplett von den größeren Brüdern zu unterscheiden, so dass man
> sich somit auch nur einen Telbereich ansehen kann. Wenn ich aber nicht
> gleich eine SAP-Schulung durchlaufen will oder zig tausend Euro in Software
> investieren möchte (nur um diese zu testen), wie kann ich mich dann die
> Lösung soweit einarbeiten, dass ich mittelständische Firmen dahingehend
> beraten kann, ob SAP für ihren Zweck geeignet wäre ?
>
> Gibt es eine realistische Möglichkeit für einen Berater an eine Version (es
> müssen ja nicht alle Module sein) zu kommen, die er sich in Ruhe anschauen
> kann
>
> Irene
>
>
>
Hallo Irene,
meine Company - IT Systemhaus mit 75 Leuten - führt gerade B1 ein. Sie
wird dabei von 2 Beratern unterstützt. Einer der sich um Finanzen und
Controlling kümmert und einer um die Materialwirtschaft. Und die wollen
nach 3 Monaten Projekt am 1.1. produktiv gehen.
Für unsere Kunden betreiben wir den großen Bruden R/3 von SAP. Deshalb
kann ich Dir auch dazu was sagen.
Das 1. ist in welcher Hinsicht bis Du Beraterin. Technisch oder
betriebswirtschaftlich ?
Wenn Du R/3 machen willst, mußt Du Dich spezialisieren, weil sonst der
Moloch R/3 zu kompliziert ist. Die Leute, die ich kenne im R/3 Umfeld,
haben entweder in einer Fa. als Anwender, später sogenannte Power User
oder in einer Beratung mit einem Modul angefangen, die wirklich guten
haben sich dann noch 1 - 3 weitere angeeignet. Und dann fängt man halt
an, mit einer Schulung durch einen Kollegen oder bei eienm Training,
erweitert sein Wissen durch Studium von Büchern, Doku, etc und nach dem
2. Projekt ist man dann in der Lage, Einstellungen auch selbst zu
machen. SAP Module beraten lernt man nicht wie Word durch mal klicken,
für eine Einführung braucht man umfangreiches Wissen über betriebliche
Prozesse und man macht sich erst einen Plan und fähgt dann an.
ich kann mich an eine Situation erinnern, wo es eine Entscheidung zu
treffen gab über Materialnummern, da hat der Leiter Finanzen
entschieden, was er für richtig hielt. 2 Jahre später ist dann eine
neues Hochregal angeschafft worden. Und die Lösung zu 1 war falsch. Das
hat dann 300 000 DM gekostet, es zu bereinigen.
Technisch gibt es 2 Möglichkeiten. ABAP programmieren, das ist eine
Sprache mit vielen Elementen aus Cobol oder Narural, die inzwischen eine
objektorientierte Erweiterung hat oder J2EE. Auch als Programmierer bei
SAP brauchst Du eine gute betriebswirtschatliche Basis oder die
Bereitschaft sich dort einzuarbeiten. Oder als Admin, dann solltest Du
Wissen im bereich OS, RDBMS und IT-Kommunikation mitbringen. Für die
letzten beiden Optionen ist es sinnvoll sich das MiniWAS herunterzuladen
oder mit einem Buch bei SAP Press wie ObjektOrientiertes ABAP zu kaufen.
Viel Erfolg