[53805] in SAPr3-news
Re: SAP BASIS: Perspektiven
daemon@ATHENA.MIT.EDU (Manfred Albat)
Tue Mar 15 11:33:27 2005
To: sapr3-news@mit.edu
Date: Tue, 15 Mar 2005 17:32:07 +0100
From: Manfred Albat <alispost@nurfuerspam.de>
Message-ID: <39oh2bF62jh41U1@individual.net>
Reply-To: m.albat@gmx.de
Am 14.03.2005 22:58:42
schreibt Joachim Misselbeck <joachim.misselbeck@t-online.de>:
>>>Alle grossen Konzerne geben die RZ's an OUT-Sourcer ab (Kostendruck).
>>
>>
>> Nein. Sie haben längst outgesourced. Schon vor Jahren.
> ^
> Ich hatte geschrieben, dass die Konzerne JETZT OUT-SOURCEN ( Bitte
> richtig lesen)
Richtig lesen, ja, bitte. *Alle* großen Konzerne? *Jetzt?*
Das genau bestreite und bestritt ich ja.
Die, die ich kenne, *haben* bereits vor Jahren outgesourced! Und nicht *jetzt*!
Oder zählenz. B. Deutschlands größter Reifenproduzent oder der zweitgrößte
Stahlproduzent nicht mehr dazu?
Von wegen *alle* großen Konzerne, da kleckern höchstens welche hinterher...
Oder sind Massenentlassungen, wie sie derzeit Schlagzeilen machen Outsourcing?
Ja, dann allerdings...
btw: klemmende Shifttasten sind im Usenet ein Synonym für:
"wer schreit, hat Unrecht".
>> Ein modernes RZ enthält nur noch selten Mainframes und läuft bedienerlos
>>
> Traum!
Dieser Traum ist zu besichtigen. Der o. a. Stahlproduzent hat so eines.
Und ich bezweifele, dass es das einzige seiner Art ist. Was dort an
Personaleinsatz noch existiert, hatte ich beschrieben, wie Dein
sinnenstellendes Quoting (s. u.) ja auch belegt.
> Mainframes = tot ( Guten Morgen ! )
> Es gibt genug OS/390 Kisten.
Das weiß ich selber, immer hin habe ich diese und ihre Vorserien
über 3 Jahrzehnte begleitet.
Aber früher gab es deutlich mehr und sie werden weniger, nicht mehr.
Fakt ist: die Anzahl-Linux/Unix/Oracle/SAP-DB-basierter Server/Blades
explodiert geradezu, die Anzahl der Mainframes schrumpft signifikant.
>> Lediglich bei Hardwareausfällen muss jemand eingreifen.
>> Dafür gibt es Wartungsverträge mit dem Hardwarelieferanten.
>> Kleinere Reparaturen (defektes Netzteil/Platte o. ä) und gelegentliche
>> Installationen machen die eigenen Netzwerker.
>>
>> Wartungspatches verwaltet die SAP-Basis.
>>
>>
>>> Durch die Zeit 99-2000 wurde die Szene verunsichert.
>>> Damals waren Stundensätze von 100-150 EUR angesagt.
>>> Jetzt reguliert sich das ganze wieder auf ein normales Maß.
>>
>>
> Was hat das mit 2k-Problem zu tun?
Das frage ich mich allerdings auch...
Vielleicht hilft Dir http://learn.to/quote weiter... :-/
> Ich weiss nicht welche Projekte Sie in diesem Zeit machten, aber ich
> hatte hier genügend Test in Banken, Versicherungen und Handel.
(btw: im Usenet ist es unüblich, sich in den Diskussionsforen zu siezen...)
Reichlich. Mainframe-individual-Software und Mainframe-SAP R/2.
Dazu habe ich zwei unterschiedliche EDI-Subsysteme abgelöst und
durch ein einheitliches System ersetzt...
Die Mainframe-Eigenentwicklungen machten mehr als 90% der Aktivitäten
aus und banden entsprechend Personal und das waren über 100 Leute...
Insofern kann ich meine Ausführung ...
>> Quark. SAP-Anwendungen waren vom 2k-Problem nur minimal betroffen,
>> und für diese kleine Ausnahmen hatte SAP Jobs vorbereitet, die nur noch
>> eingespielt werden mussten.
... nur erneut und demonstrativ unterstreichen!
> Quark ? Guten Morgen.
> Die Appl. vielleicht ( bis auf einige schön versteckte Probleme ).
Den Teufel im Detail gab und gibt es überall.
Das ist kein Argument gegen eine These wie
| SAP-Anwendungen waren vom 2k-Problem nur minimal betroffen,...
sondern bestätigt diese bestenfalls.
> Schnittstellen, etc. musste ebenfalls getestet werden.
Schnittstellen wohin? In andere SAP-Systeme oder in nonSAP-Systeme?
Was hinter Schnittstellen in einer nonSAP-Umgebung liegt, kann
nicht das Problem der SAP sein. Das ist ja genau der Punkt!
> Ziemlich naive Einstellung
Herzlichen Dank! Und das mir, der hier über *Jahre* eben genau die
kritischsten Schnittstellen des vermutlich weltweit am stärksten modifizierten
RV-Systems betreute. Btw: was wir in frühen R/2-Releases hier gemeinsam
mit SAP entwickelten, wurde in späteren in den Standard übernommen.
Wir können gerne unterschiedlicher Meinung sein, aber wenn es um
den Punkt Berufserfahrung geht, lasse ich mir von niemanden Naivität
an den Latz knallen! Erst recht nicht von jemanden, der mit Verall-
gemeinerungen wie oben (Alle großen Konzerne...) ein posting beginnt!
>> Und Stundensätze für *qualifizierte* Externe *deutlich* über 150 EUR
>> sind nach wie die Regel. Zuzüglich Spesen versteht sich. Da kann sich
>> eine Inhouse-SAP-Basis durchaus rechnen. Kommt halt drauf an, wie so
>> ein Unternehmen strategisch aufgestellt ist und in welcher Größenordnung
>> es vor Steuern Gewinne macht.
> Ah, da sagt aber die gulp Statistik etwas anderes, ...
Ich beziehe mich allerdings nur auf unbedeutende Beratertarife von
S*P/Or*cle/AT*S-*rigin/S**burger/G*das/S*S/Sch**r... :-/
> .... es geht nicht darum
> was Beratungsfirmen verrechnen, sondern was ein Freelancer verdienen kann.
Darum ging es nun schon überhaupt *nicht*, sondern der Freelancer-
Aspekt wurde im Ausgangsposting ganz nebenbei am Ende mit erwähnt.
*Darum* geht's:
| Vielleicht haben einige mitbekommen, dass die IBM zwei Ihrer RZ´s in
| Hannover und Schweinfurt dichtmacht, betroffen sind hierbei ca 600
| Mitarbeiter, der Großteil sind Basis-Admins...
Die Frage war, wo diese Kollegen zukünftig ihre beruflichen
Perspektiven haben, nicht was Freelancer berechnen (können).
Dieser Aspekt kam einseitig von Dir. Und *dichtmachen* ist
nach aktuellem Verständnis *kein* outsourcen.
Und zufällig kenne ich die o. a. Problematik aus *erster* Hand, denn
ein Teil dieser Kollegen betreute nämlich genau unsere Mainframes.
Und andere dieser Kollegen waren mal meine eigenen, bevor sie vor
Jahren outgesourced (s. o.) wurden!
Und möglicherweise macht IBM u. a. diese Standorte deshalb platt,
weil es diese Mainframes nicht mehr gibt, die da neulich noch betreut
wurden! Denn sie wurden abgelöst durch C/S-Systeme mit SAP R/3-
Applikationen, und, ja, neben der R/2->R/3-Migration wurde die gesamte
nonSAP-PL/1-COBOL-RPG-/370-Assembler-FORTRAN-CSP-Mainframe-
Landschaft gleich mit abgelöst.
Möglicherweise macht IBM auch deshalb platt, weil Mainframe-Betreuung
bereits vor 2 Jahren von Schweinfurt nach Ungarn ausgelagert worden
ist. Nicht jetzt ausgelagert wird... :-/
Soviel zu den Tatsachen, die Du ohne tiefergehende Kenntnisse im
konkreten Fall als "Traum" abqualifiziertest. Wenn Du bitte zukünftig
Deine Tonlage umgänglicher einstellst, können wir gerne weiter
diskutieren. Wenn nicht, dann nicht.
--
MfG
Manfred Albat m.albat@gmx.de
der computer rechnet, der mensch zaehlt!